Ötzi

Aus Digitale Schule Bayern
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In dieser Stunde sollst du kriminalistisch arbeiten. Die Geschichte hält interessante Fälle bereit, die es zu lösen gilt. Wenn du die Informationen aufmerksam liest, solltest du beantworten können, wer die nachfolgend beschriebene Person ist und wie sie umgekommen ist. Hast du Lust auf ein kriminalistisches Abenteuer? - Na dann nichts wie los!


Inhaltsverzeichnis

Zeitungsnotiz

Es ist früher Morgen und du schlägst die Zeitung auf. Dabei fällt dir der folgende Artikel auf. Lies ihn dir zunächst durch.


Leichenfund im Eis

Ötztal – Wanderer finden Leiche in den Ötztaler Alpen
(ap)

Bei einer Wanderung fanden die beiden deutschen Bergwanderer Helmut und Erika Simon aus Nürnberg eine Leiche in einer Gletscher-Querrinne in den Ötztaler Alpen. Bislang ist allerdings noch unklar, wer die Person ist, die gefunden wurde. Für weitere Ermittlungen wurde eine Sonderkommission der Polizei eingerichtet, die den Vorfall nun untersuchen soll.

19.September 1991

Oetzi Memorial.jpg


Sicher weißt du schon, welche Person hier gefunden wird, oder?


Ötzi

Kriminalistische Recherche

Deine Neugierde ist geweckt? Nun, dann gehe auf Entdeckungstour... Lies dir die nachfolgenden Texte genau durch und betrachte dir die einzelnen Bilder gut. Kommst du der Todesursache auf die Spur?

Der Autopsiebericht


AUTOPSIEBERICHT
des medizinischen Institutes Bozen

Körperlicher Befund

Bis auf einen Bandscheibenverschleiß der Lendenwirbelsäule und einer tödlichen Verletzung durch einen Pfeilschuss in die linke Schulter, wobei die Unterschlüsselbeinarterie verletzt wurde, ist der Körper des ca. 45 Jahre alten und ungefähr 1,58 m (der Mann muss, da der Körper beim Gefrieren schrumpft, größer gewesen sein) großen Leichnams nahezu unversehrt und vollständig. Am linken Arm und den Händen weist der Leichnam Schnittverletzungen auf. In den Haaren wurden hohe Konzentrationen von Metallen nachgewiesen, daher vermutet man, dass er mit Kupferbearbeitung beschäftigt war. Die Zähne sind stark abgenutzt, aber nicht von Karies befallen; dem Mineralienstatus der Zähne nach zu schließen kam er aus dem Eisacktal. An der Mumie wurden 15 blauschwarze Tätowierungs-Gruppen gefunden, die aus Kohlestaub bestehen. Sie dienten möglicherweise therapeutischen zwecken und setzen sich aus insgesamt 47 Einzeltätowierungen zusammen (parallele Linien im Lendenbereich, Streifen um seinen rechten Fußknöchel und eine Tätowierung in Form eines Kreuzes hinter seinem rechten Knie und einige Punktierungen an klassischen Akupunkturpunkten). Dieses „Brennen“, bei dem Heilkräuter mit Nadeln unter die Haut gebracht werden, ist auch von anderen Völkern bekannt.

Untersuchung der Kleidungsstücke des Opfers

Am Körper des Leichnams konnten Blutspuren von vier verschiedenen Menschen nachgewiesen werden. Neben dem Blut anderer Personen auf der Kleidung und dem Dolch, den das Opfer bei sich trug, finden sich auch Blutspuren von zwei Menschen an einem Pfeil. Weiterhin waren von den zwölf Pfeilen im Köcher nur zwei schussfertig.

Neben der Leiche wurden außer der Bekleidung auch zahlreiche Alltags- und Gebrauchsgegenstände gefunden:

Die längs gestreifte Jacke ist aus braunem und weißem Ziegenfell angefertigt worden. Die Hosen ähneln den Leggings der nordamerikanischen Indianer, bestehen auch aus Ziegenfell und waren an einem Gürtel aus Kalbsleder befestigt. Der Lendenschurz reichte etwa bis zur Kniehöhe. Bei den Schuhen ist die Sohle aus Braunbärenleder, das Oberteil aus Hirschleder. In den Schuhen diente eine Grasschicht der Wärmedämmung und Polsterung. Als Kopfbedeckung trug Ötzi eine Bärenfellmütze. Außerdem wurde noch ein etwa 25 cm2 großer Grasfetzen aus geflochtenem Pfeilgras gefunden, den man als Teil eines Umhangs oder einer Liegematte deutet.

Das mitgeführte Kupferbeil ist vollständig erhalten. Die Klinge besteht aus 99% aus Kupfer, welches laut Analysen aus dem Salzburger Land stammt. Mit diesem Beil war es möglich, Bäume zu fällen. Man geht davon aus, dass der Mann angesehen gewesen sein muss, da Kupfer damals sehr wertvoll war. Mit dem Beil ist auch der noch nicht vollständig fertig gestellte Bogen aus Eibenholz bearbeitet worden. Er ist 1,80 m lang. Die Pfeilspitzen bestehen aus Feuersteinen. Sie wurden mit Pflanzenfasern und Birkenteer befestigt. Wie Experimente und Nachbauten ergaben, hatten diese als tödliche Waffen eine Reichweite von 30 bis 50 Metern. Ein Dolch mit einer Feuersteinspitze und einem Griff aus Eschenholz gehörte ebenfalls zur Ausrüstung.


(Quelle: Oetzileseprojekt, Mauspfeil.com)


Neben dem Autopsiebericht schickt dir der Pathologe ein Röntgenbild, das du dir näher betrachten solltest. Weitere Informationen zu Oetzi findest du auch auf dieser Seite: Iceman-IT

Die Kleidung

Sieh dich auf der folgenden Internetseite um. Dort findest du einen Überblick über die Kleidungsstücke und Materialien, die Ötzi bei sich trug. Beschrifte anschließend das folgende Arbeitsblatt, das du dir zunächst herunterlädst und ausdruckst.

Download Arbeitsblatt

Abschlussbericht

Du hast dir alles genau angesehen? Dann überlege nun, wie Ötzi wohl umgekommen ist und verfasse dazu einen Abschlussbericht, in dem du alle wichtigen Informationen, die du zuvor gesammelt hast, festhältst.

Beispiel


Die vorliegende Unterrichtseinheit beruht auf einer Gruppenarbeit zum Thema "Ötzi".

Alexandra Weber, Mordfall "Ötzi", in: geschichte.digitale-schule-bayern - Arbeitsmaterialien für die Unterstufe, Quelle

Siehe auch