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Die sprachliche Gestaltung einer Erzählung

Aus Digitale Schule Bayern
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Inhaltsverzeichnis

Gedanken und Gefühle wiedergeben

Gedankenrede

Gefühle und Stimmungen lassen sich gut in der Gedankenrede ausdrücken. Hierfür brauchst du keine Redeeinführung und auch nicht die Satzzeichen der wörtlichen Rede.

Was mach ich bloß? So viele Hausaufgaben. Eigentlich wollte ich heute Uwe besuchen. Egal. Ich gehe einfach zu ihm hin. Kurz entschlossen warf er seine Schultasche in die Ecke. „Mami! Ich geh mal kurz zu Uwe“, rief er, als er schon in der Haustür stand. Ohne die Antwort seiner Mutter abzuwarten, warf er die Tür zu und schlenderte fröhlich den Gehsteig entlang.


Sinneswahrnehmungen beschreiben

Verwende deine Sinne: rieche, schmecke, sehe, fühle, höre!

Löse eine Zeit oder einen Ort in kleine beobachtbare, fühlbare, riechbare Einzelheiten auf: Es ist Herbst. Besser als diese Information klingt: Bunte Blätter rascheln am Boden. Ein kühler Wind bläst mir ins Gesicht. Ich schlage den Kragen hoch.


Übung 1 Wer einen Höhepunkt gestaltet, sollte seine fünf Sinne beisammen haben.

Befrage also deine fünf Sinne, bevor du ein Erlebnis niederschreibst: Augen/sehen - Ohren/hören - Nasen/riechen - Zunge/schmecken - Haut/fühlen, tasten.

Auf welche Sinne kommt es hier an?

Thomas beschreibt im Höhepunkt eines Aufsatzes, wie er im Schulhaus Schweizer Kracher explodieren lässt.

(sehen) (riechen) (!schmecken) (hören) (fühlen)

Sabine beschreibt im Höhepunkt eines Aufsatzes, wie sie bei einem Blinde-Kuh-Spiel mit verbundenen Augen einen Mitspieler zu fangen versucht.

(!sehen) (!riechen) (!schmecken) (hören) (fühlen)

Michael beschreibt, wie er mit seinen Freunden in einem Feuer Kartoffeln brät. Auf welche Sinne kommt es diesmal an?

(sehen) (riechen) (!schmecken) (hören) (fühlen)

Linde beschreibt, wie sie zum erstenmal in ihrem Leben Achterbahn fährt.

(sehen) (!riechen) (!schmecken) (hören) (fühlen)

Sebastian beschreibt, wie er mit seinen Freunden im Schwimmbad vom Dreimeter-Brett springt.

(sehen) (riechen) (!schmecken) (hören) (fühlen)

Nils beschreibt, wie er mit seiner Mannschaft beim Fußballspiel gewinnt.

(sehen) (!riechen) (!schmecken) (hören) (fühlen)


Übung 2 Sinneswahrnehmungen zuordnen

In seiner Erzählung beschreibt Patrick, dass er mit seinen Freunden ein Wochenende auf dem Bauernhof seiner Großmutter verbringt. Für ihn beginnt der Höhepunkt seiner Erzählung mit dem Einlegen der Kartoffeln in das Feuer.

Erzaehlung Aufhaenger.jpg
„Die Flamme brannte nun nicht mehr so hoch, aber noch immer wirbelte der Rauch unzählige Funken in die Höhe. Über dem Boden hatte sich viel Glut gebildet und es war Zeit, die Kartoffeln in die heiße Asche zu graben. Vorsichtig schob ich mit einem Stück Holz eine Kartoffel nach der anderen hinein. Meine Hände wurden ganz heiß von der Gluthitze, die mir entgegenstrahlte. Manchmal drehte sich der Wind ein wenig, dann schlug uns beißender Rauch ins Gesicht. Dabei mussten wir entsetzlich husten, und die Augen tränten. Sonst aber fühlten wir uns richtig wohl, und es machte uns Spaß, dem Knistern des Feuers zuzuhören. Nach einer halben Stunde scharrten wir die ersten Kartoffeln aus der Asche. Manche waren schwarz und verkohlt. Bei den anderen entfernten wir die harte Kruste. Wir verbrannten uns dabei ziemlich die Finger, aber dann aßen wir köstliche Kartoffeln. Sie schmeckten mehlig, aber würzig und vergingen fast auf der Zunge."


Ordne nun die im Text hervorgehobenen Begriffe den einzelnen Sinneswahrnehmungen zu.

Sehen Flamme Rauch Funken schwarz und verkohlt
Riechen beißender Rauch
Fühlen heiße Asche heiß Gluthitze verbrannten uns (...) die Finger
Schmecken köstliche Kartoffeln mehlig würzig
Hören Knistern des Feuers

Mimik und Gestik

Gefühle können durch Beschreibung von Mimik (Gesichtsausdruck), Gestik (Bewegungen) und typischen Verhaltensweisen veranschaulicht werden. Dabei solltest du aber nicht übertreiben!: Sie lächelte. Mit strahlenden Augen hüpfte sie den schmalen Pfad entlang.


Übung 1 Redewendungen zuordnen

Ordne den folgenden Gefühlen die richtige Redewendung zu

Ordne zu:

Wut rot anlaufen rot sehen empört bis aufs Blut gereizt verärgert wutentbrannt
Trauer mit einem Schluchzen den Tränen nahe Tränen laufen über die Wange Klos steckt im Hals niedergeschlagen
Freude mit einem Jauchzer vor Freude in die Luft springen überglücklich strahlen wie ein Honigkuchenpferd über beide Backen grinsen
Angst schweißgebadet Schrecken fährt in die Glieder Herzklopfen vor Angst gelähmt fahl im Gesicht werden
Scham im Erdboden versinken sich am liebsten unsichtbar machen rote Ohren bekommen verlegen


Übung 2 Gefühle zuordnen

Ordne den folgenden Redewendungen die passenden Gefühle zu!

Ordne zu:

mit erstickter Stimme sprechen Angst
strahlende Augen bekommen Freude
vor Wut platzen Zorn
sich grün und blau ärgern Ärger
eiskalt den Rücken hinunter laufen Angst
im Boden versinken Scham
angewidert sein Ekel
große Augen machen Überraschung
sich die Fingernägel ansehen Langeweile

Übung 3 Mut und Angst

Ordne die jeweiligen Nomen dem Wortfeld Angst und Mut zu.

Verstehst du einzelne Begriffe nicht, kannst du jederzeit im Lexikon nachschlagen.

Mut Tapferkeit Unerschrockenheit Wagemut Heldenhaftigkeit
Angst Bammel Furcht Grauen Schauder Schreck Zaghaftigkeit



Bilde nun in einem zweiten Schritt von den genannten Nomen/Substantiven das passende Adjektiv.


Mut/mutig - Tapferkeit/tapfer - Unerschrockenheit/unerschrocken - Wagemut/wagemütig - Heldenhaftigkeit/heldenhaft
Angst/ängstlich - Bammel/bammelig - Furcht/furchtsam - fürchertlich - Schauder/schauderhaft - Schreck/schrecklich - Zaghaftigkeit/zaghaft



Den Höhepunkt ausgestalten

Ein Schüler schreibt in seinem Aufsatz folgenden Höhepunkt.

Simon hustete. Beinahe wäre er untergegangen.

Leider ist dieser Höhepunkt viel zu knapp ausgefallen. Verbessere ihn. Überlege dafür, wie sich Simon fühlt, was er denkt, wie er reagiert! Schreibe anschaulich und verwende treffende Adjektive, Verben und Redewendungen oder Vergleiche dafür.

Die wörtliche Rede

Übung 1

Woertliche Rede Uebung Erzaehlen.jpg

Sabine und Felix unterhalten sich über das, was sie im Deutschunterricht zur wörtlichen Rede gelernt haben. Sabine findet es nicht schwierig, Felix hingegen furchtbar kompliziert. Ordne die einzelnen Sprechblasen den beiden Schülern zu. Notiere dir hierfür Stichpunkte in dein Heft. Verfasse dann ein Gespräch zwischen beiden. Verwende Wörter aus dem Wortfeld sagen. Versuche dabei, möglichst ausdrucksstarke Verben zu verwenden. Denke bei der Übung auch an die richtige Zeichensetzung in der wörtlichen Rede.


Mögliche Lösung des Gespräches:
„ Ach Mann“, sagt Felix, „ ich verstehe das mit den Gänsefüßchen nicht!“
„Meinst du die wörtliche Rede?“, fragt Sabine.
„Ja“, antwortet Felix, „die meine ich.“
Sabine erwidert: „Ach so!“
„Verstehst du das etwa?“, fragt Felix.
„Sicher“, erklärt Sabine, „ die wörtliche Rede ist kein Problem für mich!“
„Oje“, seufzt Felix, „ich finde das trotzdem kompliziert.“
„Wenn du dich an die Regeln hältst, ist es ganz einfach!“, tröstet ihn Sabine.


Treffende Adjektive und Verben verwenden

a) Anschauliche Verben

Vermeide vor allem die Häufung von Allerweltswörtern wie gehen, sagen, sehen, sein, haben ! Achte also auf abwechslungsreiche und ausdrucksstarke Verben.


b) Treffende Adjektive

Adjektive musst du bewusst einsetzen. Zu jedem Nomen oder Verb passt ein Adjektiv.


Übung 1

Setze in den nachfolgenden Lückentext die passenden Adjektive aus dem Wortspeicher ein. Unser Klassenausflug

Letzte Woche hat unsere Klasse eine Radtour zu einem Grillplatz gemacht. Er war etwas zehn Kilometer von unserer Schule entfernt. Wir hatten uns leckere Würstchen und frische Salate mitgenommen, und nach dem üppigen Essen tobten wir noch an einer Badestelle, die neben dem Grillplatz an einem kleinen Fluss lag. Doch gegen Mittag sah es so aus, als ob sich ein Gewitter nähern würde. Unsere Lehrerin wollte deshalb sofort mit uns nach Hause fahren. Um möglichst schnell in Sicherheit zu sein, wählte sie eine kleine Abkürzung über die steinigen Feldwege. Ich fuhr mit meiner Freundin am Ende der Fahrradkolonne, als mit einem Mal meine Fahrradkette riss und ich nicht mehr weiter fahren konnte. Da wir kein passendes Werkzeug zum Reparieren dabei hatten, schlug meine Lehrerin vor, dass Ulla und ich zurück bleiben sollten. Wir sollten uns in dem alten Schuppen unterstellen, der neben dem staubigen Feldweg auf einer grünen Weide stand. Unsere Lehrerin wollte uns dann so schnell wie möglich mit ihrem Auto abholen. Während unsere Mitschüler weiter fuhren, stellten wir unsere Fahrräder ab. Ulla schlug vor, sogleich im Schuppen Zuflucht zu suchen. Dazu mussten wir über einen breiten Graben springen und über einen hohen Zaun klettern. Geschafft! Schon standen wir an der alten Hütte. Vorsichtig öffneten wir das klapprige Tor und spähten in das Innere. Meine Freundin flüsterte: „Hier ist es aber merkwürdig!“ Das fand ich auch. Wir hörten auf einmal auch merkwürdige Geräusche. Draußen hatte es inzwischen heftig zu regnen begonnen und das Gewitter kam immer näher. Da hörten wir von Ferne ein leises Motorengeräusch und ein Auto hielt mit quietschenden Reifen auf dem Weg. Ob das wohl unsere Lehrerin war? ...

Abwechslungsreicher Satzbau

Achte darauf, dass du in deiner Erzählung Sätze gut miteinander verknüpfst. Denke auch daran, treffende Satzverknüpfungen (Konjunktionen, Adverben) zu verwenden oder Sätze umzustellen, um diese abwechslungsreich zu gestalten.

Aufgabe 1

Verbessere nun den folgenden Text, indem du die einzelnen Sätze miteinander verknüpfst.

Ich könnte aus der Haut fahren! Ich könnte platzen! Ich könnte jeden Teller einzeln aus dem Geschirrschrank nehmen und auf den Boden werfen! Nein, ich habe keinen Knall. Ich bin auch nicht verrückt oder total ausgeflippt. Ich bin schlicht und einfach wütend. Sauer. Stinksauer! „Waaaaaa! Am liebsten würde ich schreien!"