Die Erzählperspektive

Aus Digitale Schule Bayern
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Wir unterscheiden bei der Erzählperspektive verschiedene Formen des Erzählers. Für die Erlebniserzählung oder eine Phantasieerzählung kannst du zwei Formen des Erzählers wählen: den Ich-Erzähler und den Er-Erzähler.

Wenn du eine Ich-Erzählung schreibst, dann tust du so, als hättest du alles selbst erlebt. Bei der Er-Erzählung stehst du als Erzähler außerhalb. Du kannst dich aber einschalten und kleine Kommentare über deinen Haupthelden einflechten. Wenn du besonders gut bist, kannst du beide Erzählperspektiven miteinander mischen. Man nennt dies dann einen Perspektivenwechsel.
Achte aber dabei darauf, dass du insbesondere am Höhepunkt die Gefühle und Gedanken deiner Handlungsträger aus der Ich-Perspektive wiedergibst. Damit wird dein Höhepunkt anschaulicher und spannender und der Leser kann sich besser in die Person hineinversetzen und das, was diese gerade erlebt, miterleben.


Hier ein Beispiel:

Der Junge packte mich in seine Tasche und raste mit mir nach Hause. Peter hatte aber nur seine Tore im Kopf. Nur schlampig befestigte er die Tasche auf dem Gepäckträger und ließ den Reißverschluss halb offen. Die eine Hälfte verfing sich fast in den Speichen. Übermütig hopste ich in der Tasche herum. Innerlich rebellierte ich. (...)


Aufgabe 1

Formuliere nun den nachfolgenden Text in die Ich-Perspektive um.

Erschrocken sah sie auf. „Konnte das sein?“, dachte sie beklommen. „Konnte es wirklich sein, dass Herr Bahr eine Ex schreibt?" Sie beobachtete, wie der Lehrer in seine Tasche griff. Mit schreckgeweiteten Augen sah sie zu, wie sich die Finger langsam um eine Mappe schlossen und diese aus der Tasche zog. Sie schluckte. Ein Klos machte sich in ihrem Hals breit und in ihrem Magen begann es zu rumoren. Insgeheim hoffte sie, dass ihr Mathelehrer keine Ex schreiben würde. Und tatsächlich! Ihre Hoffnung ging in Erfüllung, als dieser über seine Brille hinweglächelte, sie aufmunternd ansah und meinte: „Keine Angst! Wir schreiben keine Stegreifaufgabe!“ Erleichtert ließ sie sich auf dem Stuhl zurückfallen und atmete tief durch.



Aufgabe 2

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Eine feuchte Angelegenheit
Ich hatte mir nichts dabei gedacht, als ich die Tür zum Klassenzimmer der 6f öffnete. Doch was mich dann erwartete – damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Bevor ich einen Satz zur Seite springen konnte, hatte mich der Schwall Wasser schon erwischt. Pitschnass stand ich da wie ein begossener Pudel, während die Schüler lachten. Hatten sie mir doch einen Streich gespielt!


Erzähle die Geschichte aus der Perspektive eines Schülers. Versuche, so anschaulich wie möglich zu beschreiben!


Alexandra Weber und Eckehart Weiß