3.3 Arbeitsplan

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3.3 Arbeitsplan für die erweiterte Inhaltsangabe als Vorstufe zur Erschließung und Interpretation literarischer Texte

Als Vorübung für den Arbeitsplan bringen die Schüler aus der Mittelstufe die Fähigkeit ein, eine Inhaltsangabe zu schreiben. Im Unterricht erarbeitet sind die Möglichkeiten, eine Inhaltsangabe zu strukturieren und die Fähigkeit, Textschlüssel anzuwenden. Somit haben die Schüler gelernt, Kompositionsideen von Texten zu erfassen. Sie kennen die Bedeutung der Orts- und Zeitstruktur, um sowohl die Komposition des Textes zu erfassen als auch die damit verbundene Symbolik. Sie haben Grundkenntnisse in der Personenkonstellation. Sie entwickeln ein Gespür für die sprachlich-stilistische Gestaltung. Sie erkennen den Zusammenhang von Komposition und Einzeldeutung sowie Gesamtdeutung. Sie sind in der Lage, Deutungsthesen aufzustellen und am Text zu begründen und dabei richtig zu zitieren. In der Aufgabenstellung der 9. Jahrgangsstufe steht es ihnen dann frei, neben der Inhaltsangabe nur zwei Erschließungspunkte abzuarbeiten und im Bereich der Deutung nur zwei Deutungsthesen aufzustellen und zu begründen. Als Schlussgedanke bietet sich ein lineares literarisches Argument an. Das Schlusskapitel von „Peter Schlemihls wundersamer Geschichte“ lässt ferner Spielraum für eine kreative Übung. So könnte beispielsweise eine Antwort Chamissos auf Peters letzten Brief gefordert werden.

Auch wenn die Schüler in der 9. Jahrgangsstufe nur teilweise erschließen und interpretieren, soll ihnen bewusst sein, welche Herausforderung eine vollständige Erschließung und Interpretation, wie sie von der 10. Klasse bis zum Abitur gefordert wird, stellt. Deshalb lernen sie den maximalen Arbeitsplan von Anfang an kennen, allerdings mit der Freiheit der Auswahl.



Arbeitsplan

A. Hinführung zum ausgewählten Kapitel
B. Erschließung und Interpretation des 11. Kapitels als Vorstufe der Erschließung und Interpretation eines narrativen Textes

I. Erschließung
1. Inhaltsangabe
2. Ortsstruktur
3. Zeitstruktur
4. Komposition
5. Personenkonstellation
6. Erzählhaltungen
7. Sprachlich-stilistische Gestaltung
II. Deutung
1. Deutungsthese
2. Deutungsthese
3. Deutungsthese
4. Gesamtdeutung
C. Stellungnahme zur Textaussage



In der ausgehenden Mittelstufe sind je nach Unterrichtsvorbereitung folgende Punkte auszuführen:

  • die Einleitung A.
  • im Bereich B. unter I. der Erschließung die Inhaltsangabe und zwei weitere für den Text sinnvolle Untersuchungsbereiche
  • Vollkommen neu und schwierig ist der Bereich II., die Deutung.

Es kann erwartet werden, dass die Schüler zwei Deutungsthesen ausführen und eine Gesamtdeutung versuchen. Der Schlussteil C. baut wieder auf bereits geübten Schreibformen auf und kann einen begründeten persönlichen Gedanken zur Aussage des Textes enthalten.

Nach der Ausführung des Aufsatzes ist der Arbeitsplan in eine inhaltliche Gliederung umzuwandeln. Dabei könnte eingeübt werden, unter B. einen Satz zu formulieren, der die Kernaussage des Gesamtkapitels enthält. Der formale Satz „Erschließung und Interpretation von...“ bleibt aber gleichsam akzeptabel.



Eckehart Weiß, Laura Neuber, Erweiterte Inhaltsangabe in der 9. Jahrgangsstufe als Vorstufe der Erschließung und Interpretation literarischer Texte, in: deutsch.digital - Aufsatzerziehung für die Mittelstufe

Quelle: [1]